Im Jahr 2025 hat die Jungfrau Region Tourismus AG (JRT AG) ihre Arbeiten im Bereich Umweltmanagement fortgeführt. Im Vergleich zu den Vorjahren wurden weniger neue operative Massnahmen umgesetzt, da der Fokus auf der strategischen Weiterentwicklung und der zukünftigen Ausrichtung der Nachhaltigkeitsaktivitäten lag.
Das Jahr kann somit als Übergangsjahr betrachtet werden, in welchem bestehende Ansätze überprüft und neue Perspektiven erarbeitet wurden.
1. Weiterentwicklung der strategischen Ausrichtung
Im Berichtsjahr wurde die bestehende Umweltstrategie sowie die aktuelle Zertifizierungsgrundlage kritisch reflektiert. Im Zentrum stand die Frage, ob die ISO-14001-Zertifizierung langfristig weiterhin die optimale Basis für die Nachhaltigkeitsarbeit der JRT AG darstellt, da sie sich vor allem auf die Umwelt fokussiert und nicht auf die verschiedenen Säulen der Nachhaltigkeit.
In diesem Zusammenhang wurden Gespräche mit der SQS geführt, um einen möglichen Wechsel auf das Label «SPS – Nachhaltige Unternehmensführung» zu prüfen. Diese Abklärungen zeigten neue Perspektiven für die zukünftige Positionierung im Bereich Nachhaltigkeit auf.
Besonders relevant ist die Rückmeldung der SQS, dass das SPS-Label vom Schweizer Tourismus-Verband (STV) als Grundlage für eine Anerkennung im Rahmen von Swisstainable Level III auf Firmenlevel dienen kann.
Im Sinne der kontinuierlichen Verbesserung wurden bestehende Umweltziele überprüft und im Rahmen dieser strategischen Diskussionen weiterentwickelt.
Im Sinne einer nachhaltigen, langfristigen Mehrmarkenstrategie wird die lokale Abstützung der Destinations-Aktivitäten weiter verstärkt. So wurde im Rahmen von Workshops des Verwaltungsrates im Jahr 2025 das Konzept für eine flexiblere Gestaltung der eingesetzten, finanziellen Mittel erarbeitet. Ab dem Jahr 2027 wird der Einsatz von rund der Hälfte des vorhandenen Budgets direkt durch die Aktionäre selbst verantwortet. In der Grössenordnung ihrer finanziellen Beteiligung an der Destination wird es für die Aktionäre möglich, die Destination mit ihren individuellen Vermarktungs-Aktivitäten zu beauftragen. Dadurch wird den lokalen Eigenheiten und den spezifischen Bedürfnissen der fünf Resorts maximal entsprochen und trotz der Destinations-Grösse ein optimaler Rückhalt und ihre langfristige Verankerung in der Region möglich.
2. Entwicklung im Bereich Swisstainable
Parallel dazu wurde die strategische Einordnung im Programm Swisstainable vertieft analysiert. Ziel ist es, als Destination Swisstainable Level I zu erreichen.
Ein Teil der Partnerbetriebe ist bereits auf verschiedenen Swisstainable Levels zertifiziert und bildet eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung der Destination.
3. Umsetzung ausgewählter Massnahmen
Auch im Jahr 2025 wurden punktuelle Massnahmen umgesetzt, welche zur Reduktion von Ressourcenverbrauch und zur Sensibilisierung beitragen:
- Optimierung von Druckerzeugnissen:
Teilweise Umstellung von saisonalen auf zeitunabhängige Publikationen, wodurch Drucksachen länger genutzt werden können. - My Blue Planet
Zusammenarbeit und Austausch mit My Blue Planet zur Weiterbildung des Umwelt Team. - Sensibilisierung der lokalen Bevölkerung:
Durchführung verschiedener Projekte zur Förderung des Tourismusbewusstseins sowie zur Stärkung der Akzeptanz gegenüber touristischen Aktivitäten.
Konkrete Beispiele:- Einheimischen Aktion in der ganzen Jungfrau Region
- Tourismus Dank-Apéro im Resort Wengen
4. Fortführung bestehender Aktivitäten / Umgesetzte Projekte
Neben neuen Initiativen wurde weiterhin an den bestehenden Zielen und Massnahmen gearbeitet. Diese orientieren sich an den in den Vorjahren definierten Schwerpunkten und wurden konsequent weitergeführt.
Der Fokus lag insbesondere auf:
- Ressourcenschonung im operativen Betrieb
- Reduktion des Energieverbrauchs (z. B. Strom sparen)
- Sensibilisierung der Mitarbeitenden für nachhaltiges Verhalten
Erzielte Resultate:
Geschäftsreisen Sales Team Zentrale:
Im Jahr 2025 konnten die zurückgelegten Distanzen in nahezu allen Kategorien reduziert werden, insbesondere bei internationalen und europäischen Flügen sowie im Bahnverkehr. Insgesamt zeigt sich eine positive Entwicklung hin zu einer Reduktion der Reisetätigkeit bzw. der zurückgelegten Kilometer.
Internes Drucken / Papierverbrauch:
Der Papierverbrauch entwickelte sich je nach Standort unterschiedlich: Während einzelne Resorts (z. B. JRT, Grindelwald, Lauterbrunnen) deutliche Reduktionen verzeichnen, ist in anderen Bereichen ein Anstieg sichtbar. Insgesamt zeigt sich, dass bereits Fortschritte erzielt wurden, jedoch weiterhin Handlungsbedarf zur Vereinheitlichung und Reduktion besteht.
5. Massnahmen für 2026
Für das kommende Jahr plant die JRT AG folgende Schritte:
Einführung des SPS-Labels:
Im Jahr 2026 erfolgt die Ablösung der ISO-14001-Zertifizierung durch das Label «SPS – Nachhaltige Unternehmensführung».
Zur Vorbereitung wird gemeinsam mit der SQS ein strukturierter Workshop durchgeführt, in welchem die relevanten Handlungsfelder definiert sowie konkrete Ziele und Massnahmen erarbeitet werden. Aufbauend darauf erfolgt die Implementierung der erforderlichen Prozesse und Nachweise innerhalb der Organisation.
Ziel ist es, die Anforderungen des SPS-Standards vollständig zu erfüllen und die Zertifizierung im Jahr 2026 erfolgreich abzuschliessen.

Weiterentwicklung Swisstainable Destination:
Im Bereich Swisstainable wird die Positionierung der Destination weiter konkretisiert.
Primäres Ziel ist das Erreichen von Swisstainable Destination Level I. Sollte eine direkte Zertifizierung im Jahr 2026 nicht realisierbar sein, wird alternativ eine verbindliche Projektplanung erarbeitet und mit der Umsetzung gestartet.
Dabei liegt der Fokus insbesondere auf:
- der strukturierten Einbindung der Leistungsträger
- der Transparenz über bestehende Engagements innerhalb der Destination
- der Definition einer klaren Rolle der JRT AG im Entwicklungsprozess
Weiterführung interner Massnahmen:
Die bestehenden internen Nachhaltigkeitsmassnahmen werden im Jahr 2026 konsequent weitergeführt und gezielt weiterentwickelt.
Der Schwerpunkt liegt auf der Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz im operativen Betrieb, insbesondere durch:
Umbau das Tourist Office Lauterbrunnen mit Hinblick auf technische Optimierung im Bereich Ressourceneffizienz
Kontinuierliche Reduktion des Stromverbrauchs (Verhaltensmassnahmen und punktuelle technische Optimierungen)
Optimierung interner Prozesse zur Verringerung des Ressourcenverbrauchs (z. B. Druck, Materialeinsatz)
Bestehende Massnahmen werden regelmässig überprüft und bei Bedarf angepasst, um eine kontinuierliche Verbesserung sicherzustellen.
6. Fazit
Das Jahr 2025 war geprägt von strategischen Überlegungen und der Standortbestimmung im Bereich Nachhaltigkeit. Während die operativen Fortschritte im Vergleich zu den Vorjahren begrenzt waren, konnten wichtige Grundlagen für die zukünftige Ausrichtung geschaffen werden.
Die Erfahrungen aus dem Jahr 2025 zeigen, dass eine klare strategische Positionierung entscheidend ist, um zukünftige Massnahmen gezielt und wirksam umzusetzen.
Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Basis für die nächsten Entwicklungsschritte, insbesondere im Hinblick auf neue Zertifizierungen sowie die stärkere Einbindung in nationale Programme wie Swisstainable.